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Aktuelles

Was macht Corona mit Mission?

Dieses Jahr ist sowohl der Pazifik, wie auch Deutschland auf vielseitige Weise durch das CoVid-19 Virus beeinflusst. Oft werden wir nach den Ursachen oder gar dem Autor der CoVid-19 Pandemie gefragt. Weder die Wissenschaft, noch die Theologie können bisher eine zufriedenstellende Antwort geben, noch wissen sie, wohin die Reise geht. Die hier angehängten Fakten zur Coronapandemie von Difäm (s.u.) können zu mehr Objektivität helfen. Aber wir sollten uns ernsthaft über die dramatischsten Folgen dieser Krise für die Mission Gedanken machen.

 

Hier ein paar Anregungen:

 

Andersartige Wahrnehmungen: Auf die weltbewegende CoVid-19 Pandemie reagieren Menschen und Missionen sehr unterschiedlich: Einige werden die Regierungspolitik unterstützen, andere werden rebellieren. Einige werden in Panik geraten und verzweifeln, andere werden noch entschlossener agieren. Einige werden ihren Kopf in den Sand stecken, andere werden wilden Verschwörungstheorien nachlaufen. Einige werden unglaubliche Gemeinschaftsinitiativen starten, andere werden selbstsüchtig horten, wie die Hamsterkäufe von Toilettenpapier zeigten. Einige werden die Zwangspause als Gelegenheit Innezuhalten nutzen, während andere im Glauben Schiffsbruch erleiden. Wenn Menschen schon hier mit sonst ähnlichen Überzeugung CoVid-19 auf sehr unterschiedliche Weise erleben, wieviel mehr wird diese Pandemie den interkulturellen Dienst der Missionen beeinflussen.

 

Aneignung von Macht: Ich bin so dankbar in einem Land leben zu dürfen, in der Menschenrechte sehr ernst genommen werden. Und wenn dies in Frage stehen würde, so könnte die schlichte Antwort Obamas: „vote“ für eine Neujustierung sorgen. Ganz anders ist das in Ländern mit autoritären Regierungen. Sie nutzen die Gelegenheit, um ihre Macht zu festigen. Der Autoritarismus nahm weltweit bereits zu, die CoVid-19 Einschränkungen werden dies nun beschleunigen und vorsichtige Demokratiebemühungen aushebeln. Klar ist es vernünftig und im Interesse der Menschen, einige Freiheiten im Kampf gegen das Corona Virus vorübergehend aufzugeben. Aber wann bekommen diese Menschen ihre Freiheit zurück? Unterdrückende Regime überzeugten ihre Bevölkerung erfolgreich, ihre bürgerlichen Freiheiten gegen Sicherheitsversprechen auszutauschen. Welche Regierung gibt denn bereitwillig eine größere Kontrolle über ihre Bürger auf, sobald sie einmal erlangt wurde? Ein Blick nach Ankara, Moskau, Minsk oder gar Hongkong genügt. In Hongkong haben die Behörden die Gelegenheit der Ausgangssperren genutzt, um protestierende Bürger, die ihre freiheitlichen Rechte erhalten wollten, kurzerhand festzunehmen. In Wuhan wurden Social-Media-Beiträge gelöscht, Personen sind verschwunden oder erhielten Morddrohungen. In vielen Ländern, in denen Missionare tätig sind, werden mit dem Vorwand des Gesundheitsschutzes nun Gesetze verändert, um eine bessere Kontrolle über Bürger und vor allem über die politische Opposition zu erlangen. Mikronesien ist nach 7 Monaten immer noch total abgeriegelt, und ist somit das einzige Land weltweit, dass ihre Bürger nicht nach Hause reisen lässt. Die Angst vor einer Infektion ist gewaltig, es wird befürchtet, dass nach einer Öffnung ganze Inselgesellschaften und -Kulturen verloren gehen können, da die Insulaner ein schwaches Immunsystem haben. Im Westen fühlen sich die Debatten über Datenschutz und Kontaktverfolgungs-Apps harmlos an. Es ist aber erschreckend darüber nachzudenken, wie Regime, die dem christlichen Glauben feindlich gegenüberstehen und nun die totale digitale Kontrolle erlangt haben, diese Macht gegen Mission missbrauchen könnten. Die Diskriminierung der Christen mach keine Corona-Pause!

 

Ausbruch von Armut: Nicht nur die Macht, auch der Reichtum wird schneller als je zuvor in die Hände einiger Privilegierten gelegt. Wir beobachten die Entstehung einer enormen Ungleichheit des Wohlstands. Wohlhabende Unternehmen (wie Amazon, Apple und Google) verzeichnen einen steigenden Börsenwert, während Kleinunternehmen einen Weg suchen, um nicht in die Insolvenz zu rutschen. Die Reichen werden reicher, der Rest bleibt zurück. Die lobenswerten Missionserfolge - auch gefördert durch den WAW - im Kampf gegen Armut und Ausbeutung der letzten Jahre scheinen vorbei zu sein. 2020 verlieren wir zum ersten Mal seit einer Generation den weltweiten Kampf gegen die Armut, Ausbeutung und Kinderarbeit, da fast die Hälfte der weltweiten Arbeitskräfte ihren Lebensunterhalt verloren haben. Während eine Milliarde Slumbewohner und Tagelöhner nicht mehr wissen, wo sie Nahrung herbekommen sollen, und auf dem Weg in ihre alten Heimatdörfer verhungerten, isolieren sich die Eliten bequem in ihren „vergoldeten Käfigen“. Die Toleranz für diese wachsende Kluft schwindet und eine kollektive Wut keimt auf. Es ist letztlich mit dem Evangelium Jesu unvereinbar, wie Menschen in ungerechten Systemen versklavt werden. Jesus drückte wiederholt den unschätzbaren Wert jedes Menschen gegenüber rücksichtslosem Streben nach Profit aus. Vielleicht müssen wir in dieser Krise lernen, dass Wirtschaftswachstum ein Idol ist, und wahres Gedeihen mehr mit Fairness und Mitgefühl zu tun hat. Der einzige Grund, warum die Wirtschaft wichtig ist, ist, weil Menschen wichtig sind. Es ist schön zu sehen, dass viele Hilfsinitiativen – auch auf privater Basis – entstehen, und Christen weltweit ein Zeichen der Solidarität und christlichen Nächstenliebe setzen. Missionsgesellschaften erleben eine zunehmende Spendenbereitschaft, obwohl viele noch in Kurzarbeit sind oder in eine ungewisse Zukunft schauen. Strecken auch wir Jesu Mitgefühl nicht in Quarantäne!

 

Aufkeimen sexuellen Kindesmissbrauch: "Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen und ohne Erbarmen sein gegenüber ihrem leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergisst: Ich vergesse dich nicht.“ Jesaja 49:15. Leider hat unser Waisenhaus in den Philippinen die Erfahrung gemacht, dass Babys von ihren Müttern vergessen und verlassen werden. Wir fanden Babys im Müll, ausgesetzt auf einem Dreirad, vor einem Geschäft, oder in einer Tragetasche an unserem Gartentor. Zu uns wurden unterernährte oder kranke Kinder gebracht, einige wurden beim Stehlen erwischt, damit sie etwas zu essen haben. Immer mehr Mütter treibt nun die Hungerpandemie zu entsetzlichem Missbrauch ihrer eigenen Kinder, Nichten und Neffen. Vor Webcam werden sie im Alter von 2-15 Jahren zu sexuellen und perversen Handlungen miteinander getrieben, so wie es Pädophile aus dem fernen Westen vor ihren PC wünschen. Diese rasant steigende Online-Cyber-Sex-Ausbeutung (OSEC) hinterlässt traumatisierte Kinder. Endlich entdeckt, werden sie von der „Philippine National Police“ (PNP) in eine geheime Obhut gebracht, und erfahren eine geschützte und liebevolle Zuwendung. In den letzten 30 Jahren konnten wir ca. 300 Waisen aufnehmen und für ca. 30 Kinder Adoptionseltern finden. Noch immer tobt auf den Straßen der Philippinen ein knallharter "Anti-Drogen-Krieg" des Staatschef Rodrigo Duterte und hat in den letzten fünf Jahren 10.000 Menschen (Kritiker schätzten die Zahl dreimal so hoch ein) und mindestens 250 Menschenrechtler, Juristen und Journalisten das Leben gekostet. Viele Kinder sind zu Waisen geworden und finden sich auf den Straßen im Kampf gegen Hunger, Ausbeutung und sexueller Gewalt wieder. 

 

Ausgrenzungen Fremder: Neben diesen drei klassischen Hauptthemen einer Gesellschaft (Macht, Geld, Sex), sieht die globalisierte Welt sich mit einer weiteren Generalthematik, dem Rassismus, konfrontiert. In Zeiten von Pandemien neigten Gesellschaften immer dazu, sich Fremden - und dazu gehören unsere Missionaren - zu verschließen, sie der Virenübertragung zu verdächtigen, sie als Außenseiter zu dämonisieren, Diskriminierung zu legitimieren und ihre Herzen zu verhärten. Rassismus, exotische Formen des Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Anti-Migranten-Einstellungen werden massiv zunehmen und zu Gewaltausbrüchen führen. Viele Missionare sind deshalb im April nach Deutschland zurückgerufen worden. Der UN-Generalsekretär nannte dies "einen Tsunami des Hasses". Die Frage die sich die Mission stellen muss: Wie können Missionare angesichts dieser Barrieren weiterhin ihren humanitären Einsatz für Menschen nachgehen und die gute Nachricht von Jesus kulturübergreifend weitergeben? Sind sie bereit, solche Vorurteile zu überwinden, um die versöhnende Kraft des Evangeliums zu demonstrieren? Oder ziehen sie sich zurück und verlassen aufgrund der aufkeimenden Gefahren ihren Einsatzort? Wir sind dankbar, dass keiner der PMA Mitarbeiter wegen CoVid-19 den Dienst quittieren musste und weiterhin in ihrem Umfeld Wertschätzung erfährt. Es ist eine herausfordernde Gelegenheit, die zwar einen übernatürlichen Mut fordert, der sich aber auch die ersten Christen stellen mussten: „Und sie riefen sie und geboten ihnen, keinesfalls zu reden oder zu lehren in dem Namen Jesu. Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir können´s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. Sie drohten ihnen und ließen sie gehen…“ Apg. 4:18-21

 

Auftrag zum christliches Zeugnis: Aus der arabischen Welt hörten wir anfangs der Krise von problematischen Verhaltensweisen der Muslime. Einige Mullahs sagten, dass CoVid-19 eine Krankheit der Ungläubigen sei, treue Muslime nichts anhaben kann und sie sich weiterhin zum Gebet versammeln sollten. Ihre Moscheen wurden zu Hotspots von Neuinfektionen. Viele haben daraus gelernt. Auch in der christlichen Welt kursieren abstruse Verschwörungstheorien. Wie kann es sein, dass Leute die Jesus folgen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, die naivsten Lügen verbreiten? Ein Vertrauen in das Unsichtbare entbindet uns nicht von der Verantwortung, im Denken reif zu sein. Die Aufgabe eines Christen ist doch nicht, mit dem Finger Gottes zu drohen, sondern den Betroffenen zu helfen und die Verlorenen zu suchen. Ich befürchte, dass der größte Rückschlag für die Weltmission nicht die momentanen Reisebeschränkungen oder ein gewisser finanzieller Einbruch sind, sondern dass Christen und Kirchen nun noch mehr nach sich selber schauen, und die dringende Weltverantwortung, den Benachteiligten zu helfen und den Unerreichten das Evangelium zu bringen, zweitrangig wird. Diese Krise birgt jedoch eine echte Chance, die aktuellen Veränderungen zu nutzen, und Leben, Kirchen und Zeugnis positiv zu verändern und eine neue Sinnhaftigkeit zu erleben. Es ist doch klar, dass es keine Rückkehr zur Normalität geben wird, und es gibt Dinge, zu denen wir nicht zurückkehren sollten! Nicht alles wird so sein, was es einmal war, aber es könnte mehr so werden, wie es sein sollte. Ich bete, dass wir durch die Corona-Krise einen neuen Schwung hin zur Mobilisierung für Weltmission erleben.

Fakten zur Coronapandemie von Difärm
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